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Kapitel 2 - Jetzt gehts los

KAPITEL 2

Jetzt geht’s los …..


Das erste Jahr in der G2 ist geschafft und nun geht’s los in der G1 als älterer Jahrgang.Die Jungs haben sich Dank dem Training sehr gut entwickelt und sind schon weiter, als sie sollten.
Konzentration, Bewegungs und Ballschule waren auf einem Top – Niveau, für dieses Alter.

Und so starteten wir unser erstes Sommercamp. Die letzten 2 Wochen in den Sommerferien konnten die Eltern ihre Jungs völlig kostenfrei(Vielleicht im nach hinein auch ein kleiner Fehler meinerseits) von morgens um 7 bis nachmittags um 16 Uhr auf den Fußballplatz abliefern.Einzige Investition war das Essen für die Kinder und der Fahrtweg um die Kinder hinzubringen und wieder abzuholen. Oh ja, was tut man den nicht alles für diesen„Fussbalverrückten„Trainer.

Und so hatten wir genug Zeit uns in Ruhe einige neue Sachen anzunehmen. Zum Beispiel der Einwurf, der Anstoß, der Torwart und wieso er Hand nehmen darf, die Außenlinie und alles was so dazugehört um das„Fußballspielen„samt Regeln ein bisschen besser zu verstehen.

Nach den 2 Wochen waren die Racker echt gut für ihr Alter auf das „Fußballspiel“ vorbereitet! Also luden wir zum Test unsere bis dahin bekannten Spielpartner ein. Logischerweise kamen alle sehr gerne, da wir bis dahin doch immer der Lieblingsgegner waren ( Na klar-wir haben ja auch immer die Hütte voll bekommen).

Sich ein Ziel zu setzen ist nicht nur die Hauptsache.
Es ist entscheidend, wie dieses erreicht werden soll
und dem Plan treu zu bleiben.
Tom Landry
(1924-2000, ehemaliger American Football Spieler und Trainer)


Und so schlürften Mama&Papa der Fussballwelpen mit befürchtender Ahnung zum Spiel auf unseren Platz und warteten erfahrungsgemäß auf die ersten Tore unseres Spielpartners.
Und warteten und warteten und warteten.
Die Kinnlade leicht auf dem Boden, Augen größer als der Mond, staunte die Elternschaft dann stark verwundert über die Vorstellung ihrer Jungs. Endlich sahen Sie das langersehnte „Fußballspiel“ ihrer Kinder. Für mich nicht weiter überraschend , waren wir schließlich unseren Gästen in allen Belangen überlegen. Von Spiel zu Spiel erntete das Team und auch meine Wenigkeit immer mehr Anerkennung und Respekt von der Außenseite . Die Jungs entwickelten sich in diesem Jahr immer besser und der Trainer war natürlich auch der Beste .

Die leisen Stimmen in mir,das der entgegen gebrachte Beifall aus dem Umfeld größtenteils(sagen wir mal ca.99 Prozent)damit in Verbindung steht, dass wir ab Dato alle Spiele und Turniere gewonnen haben, hatte ich anscheint ganz geschickt verdrängt.

Den für mich war völlig klar, dass dieser momentane Leistungsstand wirklich dem fleißigen und altersgerechten Training aus der G2 geschuldet war. Egal ob gewonnen oder verloren! Auf dem Fußballplatz brauchst du bewegliche, spiel,lauffreudige, aufmerksame und einigermaßen disziplinierte Kinder! Natürlich darf der Spaß dabei nicht zu kurz kommen. Auch wenn Papa Sean dafür manchmal leiden musste .

Alles war auf einmal wieder so richtig schön. Und auch das mit bedacht beobachtete Training aus der Vorsaison der G2 war auf einmal wieder das Beste was man hätte machen können und wurde somit ohne Widerrede von den „Fans“ am Rande wohlwollend weiter toleriert. Jedenfalls wurde mir und meiner Frau zu diesen Zeitpunkt immer wieder schulterklopfend die hohe Anerkennung für das tolle Training zugetragen. Ganz egal, ob ich es hören wollte oder nicht!!.

Es lief also mächtig rund in der G1und so konnte ich völlig stressfrei mein Training mit dem Team fortsetzen.
Das ich aber dabei war mich zu immer mehr zu verändern, merkte ich (leider)nicht wirklich!

Die Erwartungshaltungen stiegen immer mehr, der Verein wurde aufmerksamer auf mich, immer mehr Kinder wollten in mein/unser Team ,die ehemaligen Lieblingsspielpartner verloren zunehmender Weise die Sympathie für uns und irgendwie verflog die leicht lockere Angehensweise aus der Anfangszeit immer mehr und mehr.
Die Ergebnisse spielten zwar immer noch keine Rolle .Logisch, den wir gewannen ja auch immer, aber ein klarer Sieg wurde zur einer nicht ausgesprochenen Richtlinie.Die Trainingseinheiten wurden intensiver angegangen, kein Wochenende mehr ohne Fußball und der Mythos der „Unbesiegbaren“ wurde immer mehr verfestigt.

Nach Außen hin wurde es locker angegangen und dargestellt und innerlich war ich,das Team und die Elternschaft zu viel mehr bereit!
-Ja,wir holen den WM Titel nach Reinickendorf !!! -

Es lief also alles recht harmonisch in der G1 und zum Abschluss der Saison haben wir dann auch noch Turniere mit Werder Bremen und andere namhafte Teams absolviert . Natürlich wieder alle samt gewonnen , was aber GANZ KLAR nichts mit der momentan herrschenden Einigkeit und Harmonie aller Beteiligten in dieser G1-Saison zu tun hatte. Alle hatten sich einfach so lieb und fühlten und handelte im Sinne der Mannschaft .
DACHTE ICH JEDENFALLS ERNSTHAFT .
Leicht naiv, aber man lernt ja täglich dazu......

Im nächsten Kapitel geht es um den F Jugendbereich . Als einer der besten F - Jugend Mannschaft in Berlin ist es nicht leicht für einen immer noch unerfahrenen Trainer cool zu bleiben . Es treten erste Starallüren auf.
Der Blickwinkel auf die süße Fußballwelt veränderte sich, der Transfermarkt öffnet sich und die Angebote für die Spieler flogen nur so rein,es ging los mit den Wünschen der Rückennummern , Positionswünsche und natürlich ist kein deutlicher Sieg, geschweige eine Niederlage ein Rückschritt in die Steinzeit . Oh ja, wir waren klein Barcelona!

Die einzigen die davon noch nichts mitbekommen haben , waren meine Frau, die Jungs und ich!!!!!
Na ja , wofür hat man den zum Glück als hoch bezahlter Trainer seine Experten am Rande!?
Aber mehr dazu im nächsten Kapitel !